Frühjahr/Sommer 1919

Mode aus dem Frühjahr/Sommer Katalog der Firma Hamilton Garment Co. von 1919.

Seiten insgesamt: 48 (vollständig online)

Format: 20,5 x 25,6 cm / 8,09 x 10,08 in


Cover des Frühjahr/Sommer Katalogs der Firma Hamilton Garment Co. von 1919 mit der Filmschauspielerin Billie Burke (1884-1970).
Foto: Paramount Pictures.
Eigenwerbung und Darlegung des Firmenideals, wie es Hamilton Garment den Kundinnen gerne vermitteln möchte. Die Firma weist hier zudem darauf hin, dass die Preise um bis zu 10 Dollar niedriger sind als bei anderen Händlern, da man hier direkt beim Hersteller kaufen würde.
Trotzdem garantiert Hamilton Garment, dass sämtliche Textilien exakt wie auf den Fotografien beschaffen sind und weist auf das uneingeschränkte Rückgaberecht aller gekauften Artikel hin.
Mittelpreisige Straßenkleider aus Seiden-Taft, Woll-Serge Mischstoff und glänzendem Seiden-Popelin. Die ersten beiden Kleider werden mit aufwendigen, aber dezenten Stickereien an Brust und Ausschnitt aufgewertet oder zeigen dekorative Knopfleisten. Die Preise rangieren zwischen 7,95 und 10.95 Dollar.
Dezente und schlichte Straßenkleider der mittleren Preisklasse aus Crêpe de Chine und Seiden-Taft. Das dritte Kleid zeigt einen Spitzenkragen und Ärmelaufschläge aus Spitze sowie einen überlappenden Blusenteil. Die Preise liegen zwischen 10,95 und 12.95 Dollar.
Zurückhaltend dekorierte Straßenkleider zwischen 11,95 und 13,95 Dollar aus Taft und Crêpe de Chine. Das mittlere Modell präsentiert tief eingelegte Plisseefalten und zu Kugeln geformte Knöpfe an Kragen und Brust.
Elegante Straßenkleider aus Crêpe de Chine und Taft für je 14,95 Dollar. Zurückhaltende Verzierungen im Brustbereich, ein lätzchenartig geformtes Brustteil (mittleres Modell) und eine jackenartig geformtes Oberteil (letztes Kleid) geben jedem Modell eine individuelle Note.
Elegante Damenkleider aus französischem Woll-Serge, Seidentaft und Crêpe de Chine zum Preis von jeweils 14,95 Dollar. Während das dritte Modell recht schlicht gehalten ist und ohne Dekoration auskommt, zeigen die ersten beiden Modelle mondäne Stickereien im Taillenbereich sowie an den überlappenden Schößen.
Elegante Kleider zum Preis von 14,95 bis 16,95 Dollar aus Crêpe de Chine und französischem Woll-Serge. Das erste Modell zeigt ein vorn überlappendes Schürzenteil und dekorative Knopfleisten. Das zweite Modell präsentiert ein seitliches Zierband mit Knopfleiste, horizontale Borten aus glänzender Seide und als Gürtel ein Seil aus Seide mit Quasten. Das letzte Kleid zeigt dagegen eine dezente Bruststickerei und am Rock Abnäher, die diesem das Aussehen eines Stufenrocks verleihen.
Vornehme Tunikakleider aus Georgette Krepp, Georgette Krepp und Taft sowie Seiden-Taft für jeweils 16,95 Dollar. Zurückhaltende Perlstickereien (erstes Modell) und Seidenstickereien (zweites Modell) vermitteln vornehme Eleganz.
Feinste Kleider aus Georgette Krepp, Seiden-Taft sowie Krepp Meteor (zartes Seidenkrepp) und Georgette Krepp für 18,95 Dollar. Ein leichtes Stoffstück mit Seidenstickereien umschließt die Taille des ersten Kleides und legt sich schürzenartig über Schoß und Gesäß. Das zweite Modell zeigt weit ausladende Seitenpaneele, während beim dritten Kleid durch die Tunika ein Stufenrock suggeriert wird.
Luxuriöse Nachmittagskleider mit Tuniken aus Krepp Meteor (zartes Seidenkrepp), Crêpe de Chine und Georgette Krepp in der Preislage von 19,95 bis 24,95 Dollar. Das erste Kleid präsentiert eine elegant drapierte Tunika. Die Tunika des zweiten Modells besitzt einen asymmetrischen Saum und zeigt mehrere aufeinander folgende Lagen Biesen am Rock. Das dritte Modell spielt mit dem farbigen Kontrast von zwei Stoffen.
Günstige Sommerkleider aus kariertem Gingham-, gemustertem Schleier und Trouville Leinenstoff. Das erste Modell hat aufgearbeitete Taschen und eine schalartig zusammengeführte Brustpartie. Es folgt ein Kleid mit stufigen Seiten und ein Modell mit tief eingearbeiteten Pliseefalten.
Preiswerte Sommerkleider aus Trouville Leinenstoff, Schleierstoff und kariertem Gingham für 5,95 oder 6,95 Dollar. Auffallend an allen Kleidern sind die zierlichen Knopfleisten und jackenartigen Tuniken (zweites und drittes Modell).
Leichte Sommerkleider für angenehme Anlässe, beispielsweise festliche Sommerabende, aus Baumwoll-Schleierstoff und weißen Netzstoffen. Das zweite Modell zeigt Spitzeneinsätze, feine Volants an Kragen, Ärmeln und Saum sowie ein Band aus dunklem Satin als Gürtel. Ebenso präsentiert das dritte Kleid weiße Ripsbänder aus Satin als dekorative Borten.
Seite mit fünf breitkrempigen Sommerhüten aus dem Geflecht des Ananasstrauches (Nr. 2101), mailändischem Hanf (2105), Seiden-Georgette Krepp (2106), Satin und glänzendem Strohgeflecht (2107) oder grobem Strohgeflecht (2108).
Des Weiteren werden hier drei Turbane aus mit Federn verzierten Drahtgeflechten (2102) und anderen Strohgeflechten. Sämtliche Hüte sind mit Ripsbändern verziert.
Schlichte Damenhüte aus schimmerndem Satin, Kreppstoffen und diversen Strohgeflechten, wie glänzendem japanischem Strohgeflecht, mailändischem Stroh und Chrysanthemengewächsen. Als Aufputz dienen Ripsbänder, Schleifen, Tüll, "pyrnoxaline braid" (künstlicher, tüllartiger Schleierstoff; Nr. 2117), Kunstblumen, glänzend versteifte Federn (2114) und silberreiherartig gearbeitetes Rosshaar (2118).
Zehn höchst unterschiedlich gearbeitete Damenhüte in dezent extravaganter Manier aus Mailänder Hanfgeflecht, Blütenkronblättern (Nr. 2121), glänzenden Strohgeflechten, Seiden-Georgette Krepp oder Grobstroh. Künstliches Blüten- und Pflanzenwerk, Ripsbänder und Schleifen dienen der Zierde.
Turbane und Hüte mit breiten Krempen aus mannigfaltigen Strohgeflechten (Mailänder-, Japan-, Lisere- oder Glanzstroh), Seiden-Georgette Krepp, leichtem Wollstoff. Bei einzelnen Kreationen gilt es als schick die Hutkrempe hochgeschlagen zu tragen. Ein Schottenhut (Tam-o'-Shanter, Nr. 2132) und ein Dreispitz (2131) sind unter den Modellen.
Damenröcke aus Woll-Serge, Woll-Serge Mischstoff und glänzendem Taft (Nr. 8105). Rock Nr. 8104 zeigt im unteren Bereich mehrere Reihen glänzender Tressen. Die anderen Röcke zeigen nur zurückhaltende Ziernähte und wenige Zierknöpfe.
Röcke für Frauen aus Woll-Flanell, Seiden-Popeline, Seiden und Baumwoll-Popeline und Baumwoll-Gabardine. Einzelne Röcke zeigen tunikaartige Effekte und Schoßteile.
Damenblusen aus Schleierstoffen und Organdy. Alle Blusen besitzen breite, ausladende Kragen, Biesen, Stickereien oder sind mit einem Brusteinsatz gearbeitet.
Damenblusen aus Schleierstoffen, Crêpe de Chine oder Georgette Krepp mit Biesen, Pliseekragen und feinen Stickereien.
Höchst unterschiedlich gearbeitete Damenblusen aus Georgette mit Biesen, kleinen Perlen- oder Seidenstickereien. Einzelne Blusen sind teilweise oder ganz aus Plisseestoff gearbeitet.
Stickpullover und Strickjacken für Damen aus mercerisierter Seide, Lammwolle und "Zephyr" Wolle (dünne und wasserabweisende Kaschmirwolle belgischer Art).
Vier Strickjacken und eine Strickweste aus Seiden-Jersey, mercerisierter Seide, reinem Seidenfasergewebe und "Zephyr" Wolle (dünne und wasserabweisende Kaschmirwolle belgischer Art).
Oxford Damenpumps aus Lackleder, Chevreauleder oder Nubukleder (angerautes Leder, das eine samtartige Oberfläche besitzt) mit geschwungenen, mittelhohen Louis XIV Absätzen und spitzen Kappen. Im unteren Bereich werden drei Stiefelettenpaare aus Kalbs- und Chevreauleder gezeigt. Zwei Stiefeletten zeigen Militärabsätze, eines Louis XIV Absätze.
Pumps, Oxfords und Stiefeletten aus Lackleder, Ziegenleder und Nubukleder (angerautes Leder, das eine samtartige Oberfläche besitzt). Die Schuhe präsentieren niedrige und mittelhohe Militärabsätze oder mittelhohe Louis XIV Absätze. Leichte Perforationen an den Nähten dienen der Zierde.
Zudem befinden sich ein Paar Gamaschen im unteren Bildmittel.
Vier Pumps, zwei Oxfords, und drei Stiefeletten aus Lackleder und Ziegenleder mit überwiegend niedrigen Militärabsätzen und Louis XIV Absätzen für die Dame.
Straßen-, Sport- und Sommerschuhe für Damen und Backfische aus Kanevas und Rindsleder mit fast ausschließlich niedrigen Absätzen.
Sommerliche Damenschuhe (Pumps, Oxfords und Stiefeletten) für die Straße aus Kanevas mit niedrigen Absätzen, Militärabsätzen und einem Louis XIV Absatz.
Damenkostüme aus Woll-Serge, hell kariertem Mischgewebe und Woll-Baumwoll-Serge. Tressen, Einfassborten und Zierknöpfe sorgen für die eleganten, kleidsamen Details. Beim dritten Modell ist der Jackenschoß mit einem tief eingebrannten Plissee versehen.
Hoch taillierte Kostüme mit hüftlangen Jacken und kurzen Revers aus reinem Woll-Serge. Allein die Jacken sind besonders unterschiedlich gearbeitet. Auffällig sind die sich weiß absetzenden Kragen aus Ratiné, Pikee oder Faille (grober Seidenstoff).
Kostüme für Damen mit hoher Taillierung und mit hüftlangen Jacken aus reinem Woll-Serge und Seiden-Taft. Beim ersten Modell fällt sofort die vertikale Knopfleiste im Jackenrücken auf. Besonders extravagant wirkt dagegen das zweite Modell mit seiner schimmernden Seiden-Taft Oberfläche und seinem spitz zulaufenden Jackenschoß.
Kostüme für Frauen aus reinem Woll-Serge und mit weißen Kragen aus Faille (grobem Seidenstoff). Auch hier zeigen sich die beliebten Zierknopfleisten, Tressen und tiefe Plisseefalten in der Rückenpartie (erstes Modell).
Damenkostüme aus Woll-Popeline und kariertem, hellem Wollstoff der mittleren Preisklasse. Besonders markant präsentiert sich die Jacke des ersten Modells mit seinen detaillierten Stickereien und seinem extravaganten Schnitt. Auch die Rückenpartie der zweiten Jacke zeigt zwei tiefe Dehnfalten, Tressendekoration und Zierknöpfe.
Hoch taillierte Kostüme aus Woll-Popeline und Woll-Serge. Bemerkenswert sind die unterschiedlich langen Jacken, die mit Tressen, Knöpfen, Plisseefalten und Ziernähten versehen sind.
Die teuersten Kostüme im Katalog zum Preis von 28,95 und 29,95 Dollar aus reinem Woll-Serge, welches normalerweise für Herrenanzüge verwendet wird. Die auf den ersten Blick recht zurückhaltend erscheinenden Kostüme zeichnen sich durch dezente Tressen und Knopfleisten aus. Nur der ungleichmäßige Schnitt der Jackenschöße vermittelt einen Hauch Extravaganz.
Frühjahrsmäntel aus Woll-Serge und verstärktem, kariertem Serge. Auffallend ist der leicht kürzere Schnitt, wodurch der Saum des Kleides freigegeben wird. Zudem zeigen die Mäntel große aufgenähte Taschen, viele Zierknöpfe und breite Gürtel.
Mäntel für Frauen aus Woll-Serge und Woll-Mischstoff. Breite eingearbeitete Taschen, große Knöpfe, Tressen (erstes Modell), der leicht kürzere Schnitt als bei den Kleidern sowie die überbreiten Kragen sind charakteristisch für die Frühjahrsmode 1919.
Frühjahrsmäntel für Damen aus Woll-Serge mit schulterbedeckenden Kragen, Tressen (zweiter Mantel) und großen Zierknöpfen. Hier breiten Gürtel nehmen im Rücken die Weite des Stoffes sehr stark zusammen, wie man hier sehr schön sieht.
Damenmäntel für das Frühjahr aus Woll-Serge und Woll-Popeline. Überbreite Kragen, Knöpfe, Gürtel und Taschen sind, wie der leicht kürzere Schnitt im Vergleich zu den Kleidern, typisch für die Mantelmode des Frühjahrs 1919.
Zwei kleidsame Umhänge für das Frühjahr aus Woll-Serge und Woll-Popeline. Auffallend sind beim ersten Umhang die mehreren Reihen Seiden-Tressen, die als Ornament dienen.
Damenmäntel für das Frühjahr aus Woll-Popeline und Woll-Velours, deren Säume kürzer als die Kleider sind. Die eigentliche Weite der Mäntel wird auch durch die großen Falten in den Rückenpartien deutlich.
Weit geschnittene Damenmäntel der höchsten Preiskategorie von 21,95 bis 29,95 Dollar mit großen Zierknöpfen und sehr breiten Kragen. Die Mäntel bestehen aus reinem Woll-Popeline und Woll-Velour.
Mäntel für Backfische und junge Frauen bis 18 Jahre aus Woll-Serge und Woll-Velours. Gerade in den Details zeigen sich kleine Extravaganzen, genau wie bei den Mänteln für die erwachsenen Damen.
Eigenwerbung der Firma Hamilton Garment Company, in der auf die hohe und exklusive Qualität der gezeigten Modelle hingewiesen wird. Abgrenzend zu den gewöhnlichen Versandhäusern weist Hamilton Garment darauf hin, dass das Unternehmen an der New Yorker Fifth Avenue gerade den kritischen Geschmack der Städterinnen befriedigt.
Außerdem erklärt die Firma hier, warum sie nur Fotografien in ihrem Katalog einsetzt, warum die Preise "immer richtig" sind und warum sich jede Kundin bei jedem Kauf bei Hamilton Garment völlig sicher fühlen kann.
"Allgemeine Informationen und Anweisungen zur Bestellung"
Hamilton Garment weist hier auf die gewöhnlich vorgehaltenen Standardgrößen von Mänteln, Kostümen, Kleidern und Schuhen hin. Übergrößen sind für jedes Modell bestellbar, kosten aber 25 Prozent mehr. Des Weiteren wird hier erwähnt, wie man richtig Maß nimmt, wie man bestellen kann, welche Zahlungsmöglichkeiten bestehen und wie man Waren zurücksenden kann.
Zudem weist Hamilton Garment darauf hin, dass die Firma keine Muster versendet.
Rückseite des Katalogs. Die obere Fotografie zeigt die Parade am Tag des Waffenstillstandes am 11. November 1918 auf der New Yorker Fifth Avenue, aufgenommen an der New York Public Library. Das kleinere Bild darunter zeigt das Kaufhaus von Hamilton Garment an der 307 Fifth Avenue.
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