Philipsborns, Herbst/Winter 1919

Mode aus dem Herbst/Winter Versandhauskatalog der Firma Philipsborn’s aus Chicago, Illinois, USA von 1919-20.

Seiten insgesamt: 244 (vollständig online)

Scanformat: 20,3 x 27,7 cm / 7,99 x 10,91 in

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244 Seiten

S. 1

Titelseite bzw. Cover des Herbst/Winter Versandhauskatalogs der Firma Philipsborn’s aus Chicago, Illinois, USA von 1919-20. Die Titelseite zeigt die US-amerikanische Gesellschaftstänzerin Irene Castle (1893-1969). Foto: Ira Lawrence Hill (1877-1947), New York City.

S. 2

Drei opulente Pelz-Sets (Pelzschals bzw. Pelzkolliers mit Muff) sowie eine großzügig weit geschnittene Pelzjacke. Die Pelzkragen und Muffe sind aus „Australian Cross Fox“ (Fell der Kreuzung von Silber- und Rotfuchs), Waschbär und Rotfuchs. Die Felle wurden komplett mit Kopf, Extremitäten und Schweifen verarbeitet, wobei die Augen durch Glasaugen ersetzt wurden. Die Pelzwaren sind mit Seide oder Satin gefüttert. Die Muffe zeigen melonen- oder zylindrische Formen. Schals mit Ketten und Verschlüssen sowie Muffe mit Handgriffen. Unten rechts eine Pelzjacke mit naturfarbenem und schwarzem Kaninchenfell kombiniert. Breiter Schalkragen, Manschetten und Saum. Fantasievoll gemusterter Brokat dient als Futterstoff.

S. 3

„Onkel Sam ist unser Bote. Ungeachtet dessen wo Sie wohnen ist der Katalogpreis der einzige Preis, den Sie bezahlen müssen – Es gibt keine Extrakosten“ (engl. „Uncle Sam is Our Messenger. Regardless of where you live the catalogue price is the only price you pay – There are no extras“). „Er begann mit seiner Arbeit vor 58 Saisons und wir haben ihn seit damals immer in Beschäftigung gehalten. Was immer Sie hier kaufen, er wird Ihnen Ihre Käufe bis an Ihre Türpforte liefern, wobei alle Kosten von uns übernommen werden“ (engl. „He started work 58 seasons ago we have kept him busy ever since. Whatever you buy he will deliver your purchases to your very door with all charges paid by us“). Unten wird erklärt, dass kein Kunde des Versandhauses Philipsborn’s Porto und Versandkosten zusätzlich berechnen und bezahlen muss. Diese Vorauszahlung der Versand- und Portokosten würde Philipsborn’s 400.000 Dollar im Jahr kosten. Deshalb wäre der zu zahlende Katalogpreis ein Preis mit Ersparnis und gleichzeitiger Gewinnbeteiligung für den Kunden (engl. „Philipsborn’s Profit-Sharing Prices Mean Tremendous Savings“).

S. 4

„‚Irene Castle‘ verzaubert Paris mit ihrer Eleganz – [und kehrt mit einer Vielzahl neuer Ideen für Philipsborns zurück]“ (engl. „‚Irene Castle‘ Dazzles Paris with Her Style – [Returns with a Host of New Ideas for Philipsborn’s]“). Im ersten Absatz berichtet die amerikanische Gesellschaftstänzerin, Modeikone und Filmschauspielerin Irene Castle (1893-1969) von ihren erlebten Kriegsmonaten in Paris nahe der Front und vom Eintreffen der US-Arme, die Europa gerade noch rechtzeitig vor den „Hun[s]“ (engl. „Hunnen“, abwertende Bezeichnung für die Deutschen) retten und den Sieg erringen konnte. Im zweiten Absatz berichtet sie etwas pathetisch von ihren kurzweiligen Unterhaltungseinlagen zur Hebung der Truppenmoral, die sie stellvertretend für die amerikanischen Frauen getan habe. Zudem habe sie auch die Gelegenheit gehabt, die Pariser Modeateliers und Modehäuser zu besuchen. Die besten Modelle habe sie für die Kundinnen von Philipsborn ausgesucht und zusammengestellt. Das Resultat sei auf den folgenden Seiten zu begutachten. Illustriert wird der einführende Text mit der Zeichnung des Pariser Eifelturms und vier Fotografien, die Irene Caste mit verschiedenen Hüten, Kleidern und Mänteln zeigen. Fotos: Ira Lawrence Hill (1877-1947), New York City.

S. 5

„[‚Irene Castle‘ verzaubert Paris mit ihrer Eleganz –] und kehrt mit einer Vielzahl neuer Ideen für Philipsborns zurück“ (engl. „[‚Irene Castle‘ Dazzles Paris with Her Style –] Returns with a Host of New Ideas for Philipsborn’s “). Im ersten Absatz erwähnt Irene Caste (1893-1969), dass trotz des Krieges Paris immer noch „der Urquell der Mode“ geblieben ist (engl. „the fountain head of Fashion“). Da die amerikanischen Käuferinnen nicht die Möglichkeit hatten, die Pariser Modeateliers zu besichtigen, habe sie einige von ihr autorisierte Modelle speziell für die Kundinnen von Philipsborns ausgewählt. Diese Mode sei Irene Castles Geschenk aus Frankreich an alle Philipsborn Käuferinnen (engl. „The beautiful new modes presented in the Philipsborn Style Book are my gifts from France to you”). Die Mode von Philipsborn sei, laut Irene Castle, schon immer eine besondere Mischung aus niedrigen Preisen und Qualität gewesen, besonders in dieser Saison mit ihren niedrigen Preisen, die in dieser Saison im Grunde eine Gewinnbeteiligung seien. Die Philipsborn Kundinnen würden „die beste und vorteilhafteste Figur machen, wenn sie nach der neuesten Philipsborn-Mode aus Paris ausgestattet wären (engl. „You will look your best when you are fitted out in ‚Philipsborn’s Very Latest from Paris‘“). Eine gezeichnete Illustration zeigt die New Yorker Freiheitsstatue und vier Fotografien zeigen Irene Caste. Drei der Fotos sind Nahaufnahmen von ihr mit unterschiedlichen Hüten und Aufmachungen. Das Bild rechts unten zeigt sie in der Halbtotale mit breitkrempigem Hut und im eleganten Nachmittagskleid mit fein drapiertem Rock und rundem, halbschulterfreien Schalkragen. Fotos: Ira Lawrence Hill (1877-1947), New York City.

S. 6

„Direkt ins Ziel“ (engl. „Straight To The Mark“). Die größte Sorge jeder Kundin sei, laut Philipsborn, ob das Kleidungsstück, das man in diesem Katalog kaufen würde, wirklich allen Erwartungen entsprechen würde. Jeder Artikel in diesem Versandhauskatalog ist durch eine dreiteilige Garantie für die Kundin rundum abgesichert. Der erste Teil der Garantie besteht aus einem unsichtbaren Etikett, das jedes Kleidungsstück tragen soll und die vollständige Rückerstattung des Kaufpreises aus jedem Grund beinhaltet („First Guarantee – The ‚Money Back‘ Tag“). Der zweite Teil der Garantie, sind die von Philipsborn garantierten Niedrigpreise, die jeden Konkurrenten unterbieten sollen („Second Guarantee – Lowest Price“). Die dritte Garantie ist die von der National Bank of the Republic verbriefte, finanzielle Deckung aller Geschäftstransaktionen mit über drei Millionen Dollar („Third Guarantee – The Bank“).

S. 7

Seite mit Anweisungen wie bestellt werden kann (engl. „How to Order“) und wie Bestellungen an Philipsborn zurückgesendet werden können („How to Return Goods“). Als Zahlungsmethoden wurden Postanweisungen oder Expressüberweisungen bevorzugt. Jedoch wurden auch auf Philipsborns, Chicago, ausgestellte Schecks oder Verrechnungsschecks, Barzahlungen per Einschreiben, Liberty Bonds (Kriegsanleihen) im Tageswert oder Briefmarken für Bestellungen bis zu einem Wert von 50 Cent als Zahlungen angenommen. Des Weiteren wurde auf besondere Schnäppchenartikel im Katalog hingewiesen („Buy Our ‚Feature Values‘), es wurde um die Angabe von alternativen Farben oder Artikeln gebeten, um die Bestellung schnellstmöglich bearbeiten zu können („State Second and Third Choice“), Adress- und Personenangaben sollten immer gleich ausgefüllt werden, um der Versendung von unnötigen Katalogen entgegenzuwirken („Only One Book to Each Household“) und es wurde darauf hingewiesen, dass Philipsborn nur Privatpersonen und keine Händler beliefert („We Do Not Sell to Merchants“). „Die persönliche Note in der Bedienung wird bei Philipsborn zu Ihrem Vorteil gepfegt“ (engl. „The Personal Touch in Service for Your Benefit is Maintained at Philipsborn’s“). Als besondere Dienstleistung von Philipsborn konnten sich Kundinnen mit ihren Stilfragen und Fragen zu Artikeln vertrauensvoll an Miss Harriet McClure wenden. Oben links in den Fotografien werden zwei Damenhüte aus Samt oder Seiden-Pannesamt angeboten. Die Hüte werden von Straußenfedern oder kleinen Blumen- und Früchtekränzen bereichert.

S. 8

INDEX von A bis L. „Fast 250 Seiten mit Schnäppchen, [ausgewählt mit der Zustimmung von Irene Castle]“ (engl. „Almost 250 Pages of Bargains [Chosen with Irene Castle’s Approval]“). „Das sparsame Käufer-Handbuch für Schnäppchen – [Wählen Sie aus Tausenden von günstigen und gleichzeitig hochwertigen Produkten aus]“ (engl. „The Thrifty Shopper’s Guide to Bargains – [Select from Thousands of Thrift Values]“). Links wird eine Georgette-Bluse ohne Kragen mit enganliegenden Manschetten offeriert. Rund um den Ausschnitt ist das Modell von Hand bestickt. Die Bluse kann wahlweise in hellrosa (Fleischfarbe) mit kopenhagenblauer Stickerei, weiß mit kopenhagenblauer Stickerei oder in marineblau mit biskuitfarbener Stickerei geordert werden.

S. 9

INDEX von L bis W. „[Fast 250 Seiten mit Schnäppchen,] ausgewählt mit der Zustimmung von Irene Castle“ (engl. „[Almost 250 Pages of Bargains] Chosen with Irene Castle’s Approval“). „[Das sparsame Käufer-Handbuch für Schnäppchen] – Wählen Sie aus Tausenden von günstigen und gleichzeitig hochwertigen Produkten aus“ (engl. „[The Thrifty Shopper’s Guide to Bargains] – Select from Thousands of Thrift Values “). Rechts wird eine hüftlange Strickjacke (Cardigan) aus Kammwolle mit tiefem Smockingkragen (hier engl. „Tuxedo Sweater“), aufgesetzten Taschen und breitem Strick-Gürtel angeboten.

S. 10

„Nutzen Sie diesen Katalog und bewahren Sie ihn für eine zukünftige Verwendung auf. Er ist Amerikas größtes Stil- und Preishandbuch. Beachten Sie die großen Werte auf diesen Seiten“ (engl. „Use This Catalogue save it for future use, it is America’s Greatest Style and Price Guide – Note the big Values on these Pages“). Philipsborn bittet seine Kundinnen den Katalog aufbewahren, um in naher Zukunft Preise und Mode bei anderen Versandhäusern oder im Einzelhandel vergleichen zu können. Rechts unten wird ein leichter Herbstmantel aus Woll-Velours für Damen angeboten, der den Modellnamen „Marjie Drice“ trägt. Unterhalb der Schulterpasse ist der Stoff eng angesetzt, so dass er in weichen Falten fällt, wodurch eine geräumige Weite erzeugt wird. Die kimonoartigen Ärmel sind ebenfalls weit geschnitten. Zwei große Schlitztaschen sind vorne eingelassen. Im Rücken und an den Seiten Knopfverzierung. Die Knöpfe sind mit dem Mantelstoff bezogen. Geblümtes Satin dient als Futter.

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